dachgeschossumbau gloriettegasse
 

Die Architekten machten aus einem Dachgeschoss eines Wohnhauses aus den 70er Jahren eine großzügige, offene und gleichsam reduzierte Wohnlandschaft. Die bestehende Dachterrasse wirkte durch die hochgezogenen Dachfassaden wie ein Atrium. Beim Umbau wurde die Hälfte dieser Fläche mit einem Glasdach geschlossen und damit der Wohnraum vergrößert ohne die natürliche Belichtung zu verlieren.

Alle nicht tragenden Wände wurden entfernt und der Grundriss komplett neu organisiert. Bei den verwendeten Materialien wie Stein, Teppich, Küchenoberflächen, den farbigen Beschichtungen der Schrankeinbauten, den Türen und Fenstern, wurde konsequenterweise alles in einem Farbton - Elfenbein - gehalten, was eine aufwendige Abstimmung der unterschiedlichen Materialien erforderlich machte.

Sämtliche Türen wurden als raumhohe Tapetentüren in die aus hochglanzlackierten MDF-Platten angefertigten Wandverkleidungen eingebaut und mit Rollfallenschloss und sondergefertigten Edelstahlknöpfen ausgestattet. Sie sind nicht als Türen erkennbar, da auch die Fugenteilung mit den Teilungen der Wandverkleidung abgestimmt ist. Zudem wurden die horizontalen Lichtlinien und Schattenfugen der angrenzenden Wände in die Türblätter übernommen. Mit vertikalen raumhohen Glasschlitzen vom Wohnraum zur Küche und in das Schlafzimmer wurde eine optisch-emotionale Verbindung der Räume erreicht, die durch gezielt eingebaute 20 cm breite Spiegelstreifen zwischen Decke und Wandverkleidung noch erweitert wurde.

Das Glasdach besteht aus 4 x 1 Meter großen Isolierglasscheiben, welche auf 2 vier Meter langen Trägern aus dreifach verklebtem Glas aufliegen. Somit wirkt das gesamte Dach optisch frei von jeder störenden Tragkonstruktion. (19.11.2001)

Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien, 14.09.2003
AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirth, Gabriele Kaiser

fotos: manfred seidl

ladylike in perlweiß

Ein einheitlicher Farbton und ein sorgfältig detailliertes Spiel von Fugen und Flächen bilden den maßgeschneiderten Hintergrund für einen eleganten Dachgeschoßumbau in einem hietzinger Cottage-haus.

(von Franziska Leeb in Der Standard)

Weder Fisch noch Fleisch, sprich weder elegantes Penthouse-ambiente noch heimeliges Dachbodenflair fanden die Architekten vor, als es darum ging, einen bestehenden Dachgeschoßausbau in einem hietzinger Cottagehaus aus den Siebzigerjahren für die Bedürfnisse ihrer Bauherrin umzubauen…

 

fotos: manfred seidl