zahnarztordination
 

Die bestehende Erdgeschoßwohnung eines Gründerzeithauses am Donaukanal wurde durch die Hausverwaltung in Eigenregie renoviert und an einen jungen Zahnarzt vermietet, der wenig finanzielle Mittel für Architektur und Einrichtung bereitstellen konnte.

Die Vorgabe eines engen finanziellen Rahmens ist vermutlich keinem Planer fremd, die Ergebnisse jedoch grundverschieden. Die zusätzliche Ungewissheit des jungen Zahnarztes ob des nicht allzu großen Kundenstockes veranlasste den Architekten, in die Offensive zu gehen. Durch Werbung 'ins Gerede kommen' war oberstes Gebot. Die Patienten vom Gedanken der Zahnbehandlung im Warteraum durch Lichtführung und Farbe abzulenken, wurde zum Thema.
Der Boden wurde mit einem Gumminoppenbelag ausgelegt. Die durchgehend nüchtern mit Zumtobel Lichtleisten ausgeführte Beleuchtung eröffnete gestalterische Möglichkeiten. Die fehlende natürliche Belichtung wurde mit einer dottergelben Farbgebung kompensiert, die sich über Böden, Wände und Einrichtungsgegenstände erstreckt. Im Behandlungsbereich wurde eine Schwarz-Weißgrafik des Ordinationsbereiches mit den Buchstaben des Wortes 'Ordination' ausgeführt. Die an Wand und Decke angeordneten, überdimensionalen Buchstaben sollen zur Kommunikation anregen. (Text: Architekturzentrum Wien)

fotos: georg marterer