wohnhaus „kleinloisium"

Der in der Tourismusbranche tätige Bauherr (unter dessen Leitung das von Steven Holl entworfene Hotel Loisium in Langenlois realisiert wurde) wünschte sich ein Domizil, das sich von herkömmlichen Häusern der Umgebung explizit unterscheidet und das den Blick auf die Weinberge als Teil der räumlichen Dramaturgie be-greift.

Aufgrund der extremen Hanglage (Steigung bis zu 65 Prozent) entschied sich Georg Marterer für eine Split-level-Lösung in Kombination mit einem hangseitigen Atrium und zusätzlicher Dachflächen-verglasung, um auch im eingegrabenen Teil des Erd-geschosses den Lichteintrag zu erhöhen. Die drei Ebenen des Gebäudes (Unterge-schoss aus Betonfertigteilen mit Elementdecken, Ober-geschosse aus vorgefer-tigten, wärmegedämmten Holzriegelelementen mit Brettschichtholzdecken, Voll-holzwandscheiben als Wind-aussteifung und Raum-trenner) brechen in ihrer Trapezform aus der rekt-angulären Ordnung, und die über die Fassaden gelegten Holzlattenbänder tragen ebenfalls dazu bei, die Größen- und Proportions-verhältnisse des Hauses nach außen zu verschleiern.

(Text: Gabriele Kaiser,

Architekturzentrum Wien)

 

fotos: georg marterer